Ein Blick in die Vergangenheit

Eine Chronik des Chemnitzer Friedhofes

Der Städtische Friedhof in Chemnitz ist mehr als ein Ort der Trauer. Er lädt zu ruhigen Spaziergängen ein und gibt immer wieder von neuem idyllische Kleinode preis, die es zu entdecken gilt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts existiert der Chemnitzer Friedhof an der der Reichenhainer Straße - und ist Anlaufpunkt für Trauernde und Spaziergänger, die nach Ruhe und Besinnung suchen.



19. Jahrundert: industrieller Aufschwung und neue Herausforderungen

Im Laufe des 19. Jahrhunderts erfuhr die alte Weber- und Bleichstadt Chemnitz einen ungeahnten industriellen Aufschwung. Die Bevölkerung entwickelte sich explosionsartig und die Zahl der Einwohner wuchs binnen kurzer Zeit auf 320 000 an. Damit einhergehend stieg auch die Sterblichkeitsrate, sodass die damaligen kirchlichen Friedhöfe bald nicht mehr aufnahmefähig waren. Der Ausbruch der Cholera 1866 beschleunigte die Gedanken zur Anlegung eines städtischen Zentralfriedhofes ohne konfessionellen Anspruch der Kirche.

1864 bis 1870: Erste Ideen und konkrete Pläne

Im Jahr 1864 begannen der Rat und die Stadtverordneten sich mit der Anlage eines großen, überkonfessionellen Gemeindefriedhofes zu beschäftigen. Zwei Plätze zog man dafür in Betracht: Der Zeisigwald und ein angrenzendes Hospitalfeld sowie der schließlich realisierte Standort auf dem Bernsdorfer Stadtgut mit dem sich nach dem Reichenhainer Weg erstreckenden alten Exerzierplatz.

Bei einem Preisausschreiben zur Gestaltung des Friedhofes erhielt der Handelsgärtner Peters aus Leipzig den 1. Preis. Den 2. Preis erhielt der Architekt Hermann aus Johanngeorgenstadt. Aus beiden Plänen entstand schließlich ein 3. Entwurf, den der Handelsgärtner Peters ausführte.

1871 bis 1873: Beginn der Bauarbeiten

Im Frühjahr 1871 begannen die Arbeiten am Städischen Friedhof. In den Jahren 1872/73 begann man mit dem Bau der Leichenhalle, der Redehalle, den Beamtenwohnungen und den Eingangspforten an der Reichenhainer Straße. Die Herstellungskosten beliefen sich auf 322.059,71 RM.

1874: Weihung des Chemnitzer Friedhofes

Am 28. April 1874 fand - nach Jahren der harten Arbeit - die Weihefeier durch den Vizebürgermeister Vetters mit anschließender erster Beerdigung statt. Das erste Grab öffnete sich der am 25. April 1874 im Alter von 33 Jahren verstorbenen Rosalie Fiedler geb. Andrä, auf Kosten der Stadt.

Zur Eröffnung des Friedhofs belief sich die Gesamtfläche auf 95.716 m² mit 31 Grababteilungen. Erweitert wurde der Friedhof später in zwei Abschnitten: Abteilung 32 bis 44 und Abteilung 45 bis 67. Heute umfasst der Städtische Friedhof Chemnitz 30,8 Hektar.


Weitere Blicke in die Entstehungsgeschichte des Chemnitzer Friedhofes


Geschichte des Kommunalen Bestattungshauses

Bestattungsauto vor dem Kommunalen Bestattungshaus | Städtischer Friedhof Chemnitz | Friedhofs- und Bestattungsbetrieb Chemnitz
Bestattungsauto vor dem Kommunalen Bestattungshaus | Städtischer Friedhof Chemnitz | Friedhofs- und Bestattungsbetrieb Chemnitz
Dank des Engagements und des Know-hows aller Mitarbeiter bietet das Kommunale Bestattungshaus Chemnitz seit seiner Gründung im Jahr 1923 alle Leistungen für jede Art einer würdevollen Bestattung an.

Geschichte des Krematoriums sowie des Urnenhains

Kolumbarium des Städtischen Friedhof | Städtischer Friedhof Chemnitz | Friedhofs- und Bestattungsbetrieb Chemnitz
Kolumbarium des Städtischen Friedhof | Städtischer Friedhof Chemnitz | Friedhofs- und Bestattungsbetrieb Chemnitz
Seit der Weihung des Chemnitzer Krematoriums im Jahr 1906 - als erstes Krematorium Sachsens - besteht die Möglichkeit einer Feuerbestattung auf dem Städtischen Friedhof.